Amatsunawa

81375 München

Technisches Blog - Jute

Pflanzlich Jute tip
Pflanzlich Jute tip
Amatsunawa sieht sich verpflichtet Wissen weiterzugeben, damit sich unsere Kunden besser informieren können. Dies ist der erste technische Beitrag mit Bezug auf Jutegarn und -seil sowie dessen fachgerechte Anwendung in unserem Sachgebiet.

Wir arbeiten mit Juteerzeugern und -mühlen, einem nationalen Jutelabor, einem Umweltlabor und spezialisierten Naturfaserseilherstellern zusammen. Mit deren fachkundigen Beratung entwickeln wir die Spezifikationen für unsere Produktion von Pflanzen, Garnen und Seilen ständig weiter, um diese für die gezielte Anwendung mit länger andauerndem Hautkontakt, wie sie im Bereich erotischer / sadomasochistischer Bondage üblich ist, zu optimieren.

Jute ist vielleicht das schönste Seilmaterial, mit dem man arbeiten kann, aber es ist nicht das stärkste. Wenn Sie Juteseile verwenden, müssen Sie streng auf die Einflussfaktoren achten, die die beste Festigkeit gewährleisten und wissen, wie man seine Integrität erhält. Viele von uns werden sich in Workshops usw. mit den Stilen anderer auseinandersetzen, aber wie viele von uns wissen genug über unser Hauptwerkzeug?

Alles beginnt mit der Qualität der Jutefilamente und wo diese Filamente aus der Pflanze entnommen werden, wie lang sie sind, wie fein und wie frei von Verunreinigungen. Grobe Fasern reduzieren die Querschnittsstabilität. Feine, lange Fasern sind flexibler und biegsamer - ideal für Seile - und werden effektiver zu Garn versponnen. Für die Herstellung von Seilen mit dem Zweck (dem Gewicht) einer Person sicher standzuhalten, sollte nur die allerhöchste Jutequalität verwendet werden.

Es gibt unterschiedliche Garne zum Weben und zum Verdrehen. Garnqualitäten wie CRM, CRT, CRX, etc. werden alle für Van de Wiele Webstühle für Teppichrücken hergestellt. Für diese Garne wird Material mit niedrigerer Qualität, deutlich kürzeren Filamenten und unterschiedlicher Dralldynamik verarbeitet und sind speziell für das Weben und nicht für das Verdrehen zu einem Seil bestimmt.

Wie bei vielen Pflanzenarten üblich, ist auch die Qualität von Jute in hohem Maße abhängig von der Witterung während des Wachstums, dem Zeitpunkt der Ernte und verschiedener anderer Prozesse vor dem Spinnen. Daher ist die Messung der Endfestigkeit, nachdem die Jute zu einem Seil verdreht wurde, variabel.

Wir könnten einen Durchschnitt ermitteln, in dem wir n Stücke vermessen und dann das niedrigste Ergebnis als Spezifikation festlegen. Dies ist nur solange annehmbar bis das nächste Stück Seil in die Spezifikation mit einbezogen wird. Gemäß der Empfehlung der International Standards Organisation und dem Deutschen Institut für Normung erlauben die Variablen keine logische Messung.

Die Wachstumsjahre sind entscheidend; Temperatur, Sonnenlicht, Niederschlag und Feuchtigkeit wirken sich allesamt auf die Qualität aus. Die beste Jute wird in einer Jahreszeit angebaut, in der sich die Temperatur zwischen 24 und 37˚C bewegt und längere Zeit konstant bei 34˚C bleibt. Geringe Niederschlagsmengen vor dem Monsun beeinträchtigen die Qualität. Eine schlechte Vegetationsperiode führt zu einer geringeren Faserqualität.

Jute ist eine starkzehrende Pflanze und benötigt frischen Schwemmlandboden. Ton- bzw. Sandböden produzieren Pflanzen mit entsprechend klebrigen bzw. groben Fasern, die viel Düngemittel benötigen - Chemikalien, die letztendlich in das Seil gelangen. Die Ernte der Jutepflanzen muss zum optimalen Zeitpunkt erfolgen und nur die besten Pflanzen dürfen für die weitere Verarbeitung selektiert werden.

Nach der Ernte erfolgt die Wasserrotte der Jutefasern in langsam fließendem, klarem Wasser bei einer gleichmäßigen Temperatur von 34˚C. Dieser Prozess ist innerhalb von 8 Tagen abgeschlossen, bevor Bakterien oder Säure die Filamente beeinträchtigen. Wenn die Temperatur auch nur um 2˚C variiert, kann sich die Zeit verdoppeln und Bakterien könnten vorhanden sein. Wenn die Wasserqualität beeinträchtigt ist, leiden die Fasern und nehmen Verunreinigungen auf.

Nach der (natürlichen) Trocknung an der Luft werden die losen Jutefasern gebündelt und zur Mühle transportiert, wo die Sortierung mit dem manuellen Hecheln beginnt. Die erste Aufgabe besteht darin, das beste Material zu selektieren. Bei Jute ist dies die längste, stärkste und geschmeidigste Faser aus der Mitte, bekannt als High-Grade, Clean-Batch. Weiteres Hecheln liefert abnehmende Qualitäten bis hin zur Sackqualität bzw. bis letztendlich nur noch Staub übrig ist.

Durch die Klassifizierung wird der Grad der Verunreinigungen festgelegt, der erhebliche Auswirkungen auf die Längsfestigkeit eines Seils und den Grad der Haarigkeit hat. Letztere wird auch noch von anderen Phasen des Produktionsprozesses beeinflusst. Die einzelnen Fasern werden dann durch Kardieren getrennt und spinnfertig parallel ausgerichtet. Übermäßiges Kardieren kann die Filamente brechen oder verkürzen und die endgültige Haarigkeit erhöhen. Die Faserfestigkeit wird auch von dieser Stufe beeinflusst. Niedrigere Jutequalitäten sind insgesamt anfälliger für Brüche und bilden eher Habijabi-Knäuel (verfilzte Fasern).

Zwischen der Sortierung und der Kardierung befinden sich die Jutefasern noch in einem losen Zustand. Eine zusätzliche Reinigung kann hier durchgeführt werden, einschließlich Waschen und Trocknen, ohne dabei die Fasern zu beanspruchen. Nach dem Strecken wird das Batschmedium während des Spinnens aufgetragen, damit sich die Fasern beim Drehen zusammenfügen. Bei Jutegarnen, die für industrielle Anwendungen bestimmt sind, wird Jutebatschöl (JBO) verwendet, da es preiswert ist. Es wird jedoch nicht für länger andauernden menschlichen Hautkontakt empfohlen.

Bei der Herstellung von Garn ist der Filamentdrall entscheidend für die Festigkeit. Ziel ist es ein optimales Verhältnis zwischen Kohärenz und Obliquität (Schiefstellung/Neigung) zu erreichen. Eine geringe Garndrehung ist schwächer, nicht unbedingt durch Faserbruch, sondern durch Schlupf, der zu katastrophalen Rissen führt. Eine zu hohe Garndrehung beeinträchtigt die lineare Ausrichtung und verursacht Scherung. Für ein weiches, starkes Seil sollte daher die optimale Garndrehung in der Produktion nicht beeinträchtigt werden.

Alle Garne sind einlagig, es sei denn, sie werden mit anderen einlagigen Garnen verzwirnt. Wenn eine Seillitze aus 12 einlagigen, gegeneinander verdrehten Garnen besteht, z. B. 6 x 2-lagig oder 4 x 3-lagig des gleichen Garns, hat sie die gleiche Masse. Sie ist lediglich anders konstruiert. Gleichmäßigkeit und Weichheit können bei mehrlagigen Garnkonstruktionen jedoch verloren gehen, wenn der Drall der Garne gegeneinander wirkt und sich das Seil dadurch rändelt. Eine stärkere mehrlagige Verdrehung führt zu Unebenheiten und Spannung.

Natürliche Pflanzenfasern sind hygroskopisch und ziehen sich in nassem Zustand zusammen, da die Filamente durch die Feuchtigkeit anschwellen. Wenn das Seil unter Spannung trocknet, dehnt es sich in etwa wieder auf die Ursprungslänge aus. Beim nächsten Mal schrumpft es nicht mehr so stark, da die Filamente durch die Nässe instabil werden und Schaden nehmen.

Um das hygroskopische Verhalten von Pflanzenfasern zu verstehen, müssen wir die Variabilität der Eigenschaften abhängig von Charge, Sorte und dem Pflanzenteil, aus dem die Faser entnommen wurde, erklären. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem hygroskopischen Verhalten, der Schwächung der Mikrostruktur durch die Nässe und der Verringerung des Schrumpfens sowie der Ausdehnung in den ersten Zyklen, insbesondere nachdem das Garn bzw. Seil produziert und unter Spannung verdreht wurde.

Dies bedeutet, dass das fertige Seil nicht vollständig durchnässt werden darf. Die Schrumpfung und Ausdehnung im ersten Zyklus sind am aggressivsten und beeinträchtigen die Gesamtfestigkeit. Die Flüssigkeit reduziert außerdem das beim Spinnen des Garns verwendete Batschöl.

Öl und Wachs können zur Konditionierung von Seilen verwendet werden. Sie sollten nicht ranzig werden oder zu stark ins Seil eindringen und dieses fettig oder schwer machen. Pflanzenfasern sind wie menschliche Haare; wenn trocken und spröde können diese leicht brechen und Schaden nehmen. Ein sanftes Weichmachen kann das Seil geschmeidig und flexibel machen und es dabei unterstützen die Kernfestigkeit aufrechtzuerhalten.

Jute ist von Natur aus haarig. Dies kann nur reduziert, aber nicht beseitigt werden. Jute von höchster Qualität und langer Filamentorientierung wird bei der Kardierung begradigt, um die Fasern parallel zur Axis der Faserbänder auszurichten. Das Strecken bewirkt ein gleichmäßiges Überlappen der Filamente. Nach dem Batschen und Spinnen kann auch eine Beschichtung die Haarigkeit reduzieren.

Sie sollten Ihr Seil genauestens überprüfen. Nehmen Sie einen Seilabschnitt, überprüfen Sie die Außenseite und wickeln Sie dann die einzelnen Litzen und Garne auf. Sie können komplette Brüche, dunkle Rinde und Abfall, Flecken, lange rötliche Teile aus der schwächeren Wurzelbasis sowie Habijabi-Knoten finden. Zusammen mit dem Verlust kurzer Fasern, beeinträchtigt all dies die Festigkeit, d.h. jede Unvollkommenheit ist eine Schwachstelle.

Ein Juteseil ist leicht und weich in der Anwendung, aber es erfordert Wissen: Nicht nur über den Gebrauch, sondern auch über seine Pflege und gegebenenfalls über den Zeitpunkt der Entsorgung und Erneuerung.

Öl-, Wachs- und Konditionierungshinweise

Batching und Spinnen
Batching und Spinnen
Jeder sollte sich der potenziellen Gefahren bewusst sein, die mit Jutebatschöl (JBO) verbunden sind. Da es billig ist, wird es weitläufig bei Jutegarnen angewendet. JBO ist ein giftiges Mineralöl, das Kohlenwasserstoffe im C15–C20–Bereich enthält. Dies bedeutet nicht, dass die Verwendung von JBO-haltigen Seilen zu Hautkrebs führt. 10-15% aller an Lungenkarzinomen Erkrankten haben beispielsweise nie geraucht und viele, die 20 Zigaretten pro Tag rauchen, werden keinerlei Symptome aufzeigen.

Einige Jutegarne werden für Haushaltswaren hergestellt, bei welchen der Geruch von JBO nicht akzeptabel ist. Die Jutequalität für Teppichrücken (carpet backing grade / CB) wird für das Weben auf Van de Wiele-Webstühlen verwendet. Dieses Garn wird speziell zum Weben gesponnen und verfügt über einen anderen Batschölgehalt und eine andere Drehung als Jutegarn, welches für das Verdrehen zu einem Seil gesponnen wird.

Batschöl ist ein wesentlicher Bestandteil, da es die Festigkeit erhöht. Während der Kardierung werden die einzelnen Jutefilamente parallel ausgerichtet. Durch das Strecken werden die Filamente dann so bewegt, dass sie sich gleichmäßig überlappen. Das Öl ist das Bindemittel und wird in der Batschstufe unmittelbar vor dem Spinnen aufgetragen. Beim Spinnen werden die geölten Filamente verdreht und zu einer einzigen Lage zusammengepresst. Jede mehrlagige Konstruktion wird anschließend durch das gegenseitige Verdrehen einzelner Lagen hergestellt.

Der Ölgehalt ist wichtig. Wie auch beim menschlichen Haar führt ein zu geringer Ölgehalt zu Trockenheit und Brüchigkeit. Ein zu hoher Ölgehalt hingegen macht es schwer und fettig. Zu viel Öl kann das Garn durch Schlupf schwächen. Die Filamente müssen sich einwandfrei verbinden, um die Kohäsion zu maximieren.

Das Entfernen von JBO aus dem Seil durch Einweichen, Kochen, Dämpfen oder Backen schädigt seine Integrität. Wenn das Batschöl entfernt wird, ist bei der ersten Längsspannung des Seils ein Knarren und Knacken zu hören. Dies sind die Geräusche von Mikrorissen. Hierbei bewegen sich die Filamente und brechen, weil das kohäsive Medium entfernt wurde.

Eine Methode zur Reduzierung des JBO-Geruchs besteht darin das Seil Sonnenlicht oder ultravioletten Strahlungsquellen auszusetzen. Da Jute jedoch noch lange nach der Ernte lichtempfindlich ist, verringern photochemische Veränderungen der Mittellamelle die Kohäsion zwischen den Zellen in den Filamenten. Übermäßig hohe Temperaturen schwächen Jute ebenso und sollte daher von Wärmequellen ferngehalten werden.

Die Anwendung von VOT (Vegetable Oil Treated) als Ersatz für JBO ist ebenso sehr komplex. Einige Mühlen verwenden nicht nachhaltiges Palmöl oder Rizinusöl etc., oder mischen diese beispielsweise mit Sojaöl von niedriger Qualität. Diese (Öle) können zu unerwünschter Ranzigkeit führen. Eine Gaschromatographie/Massenspektroskopie kann identifizieren was tatsächlich verwendet wurde.

Um ein Verderben des Öls auszuschließen, ist es wichtig die Sojabohnensamen gründlich zu reinigen und zu trocknen, bevor diese kaltgepresst oder per Expeller gepresst werden. In dieser Phase des Extraktionsprozesses begünstigt Wärme die Bildung von Oxidantien. Per Expeller gepresstes Sojabohnenöl enthält mehr Tocopherole und Phytosterole und liefert dadurch mehr natürliche Antioxidantien zur Vermeidung von Ranzigkeit.

Sobald das Garn die Spinnmaschine verlässt wird es beschichtet, um die Fasern in Position zu halten und die Haarigkeit auf ein Minimum zu reduzieren. Da dies bei Industrieprodukten keine Rolle spielt, überspringen viele Mühlen diesen Schritt, um Kosten einzusparen. Eine gängige Wahl der Beschichtung ist PVA (Polyvinylalkohol). PVA ist ein farbloses, geruchloses, wasserlösliches und synthetisches Polymer, das häufig bei der Papierherstellung und bei Textilien verwendet wird. Es verleiht eine leichte stärkeähnliche Steifigkeit. Um das von Amatsunawa spezifizierte Garn zu 100% lebensmittelecht, recycelbar und nachhaltig zu halten, wird es mit Tapiokastärke beschichtet, die aus der Maniokwurzel extrahiert wird.

Ein gutes Seil ist einfach und leicht in der Handhabung und verursacht keine dermatologischen Probleme. Es sollte für den vorgesehenen Zweck stark genug sein und keinen Staub aus trockenen, kurzfasrigen Fasern hinterlassen. Jute erzeugt jedoch immer Haare und lose Fasern. Das Batschöl und die Beschichtung nach dem Spinnen verringern sowohl die Haarigkeit als auch den Faserverlust.

Von allen getesteten Konditionierungsmethoden hat sich das Trocknen im Wäschetrockner als schonendste Methode erwiesen. Sie verhindert auch den Verlust von Batschöl und Beschichtung. Bei der Anwendung eines „Butters“ wird die Außenseite des Seils mit einer hautsympathischen Pflegesubstanz überzogen und weicher gemacht. Das Trocknen im Wäschetrockner entfernt auch lose Haare. Die beste Temperatureinstellung ist ausreichend, um die Butter gleichmäßig in das Seil zu schmelzen ohne dabei Batschöl zu extrahieren. Es sollte jedoch nicht zu heiß sein.

Vor dem Trocknen im Wäschetrockner müssen die Enden des Seils fest und sicher verknotet werden, um ein Aufdrehen des Seils zu verhindern. Eine Methode besteht darin die einzelnen Stränge über eine Länge von ~5cm aufzudrehen, einen einfachen Überhandknoten zu arbeiten, diesen festzuziehen und gegen das Seilende zu schieben. Da die Seilstränge getrennt wurden, verfestigt sich der Knoten besser. Das Seil soll im Wäschetrockner nicht in einen (Wäsche-)Beutel gelegt werden, da die losen Fasern sonst nicht entweichen können.

Die Butter wird hergestellt indem 100% kaltgepresstes Jojobaöl mit 100% Bienenwachs schonend in einem Topf geschmolzen und vermischt wird. Die Butter wird zum Abkühlen in ein widerstandsfähiges verschließbares Glasgefäß gegossen. Mandelöl ist eine kostengünstigere Alternative aber anfälliger für Ranzigkeit. Aus diesem Grund sollte auch kein Kokosöl verwendet werden. Tsubaki-Öl kann verwendet werden, ist aber teuer.

Die Mischung aus Öl und Wachs bestimmt die Griffigkeit des Seils in der Handhabung. Zu viel Öl auf den Wachsanteil lässt die Mischung zu tief in die Fasern eindringen und macht das Seil schwerer und fettig. Zu viel Wachs wiederum macht das Seil klebrig, was die Arbeit mit dem Seil erschwert. Eine Mischung aus ca. 3 Teilen Öl auf 1 Teil Wachs hat sich am besten bewährt.

Die Butter sollte sparsam dosiert werden und im letzten Trocknerzyklus als Klumpen zum losen Seil dazugegeben werden. Es wird empfohlen nur 2 - 3g Butter pro kg Seil zu verwenden. Wenn lose Fasern aus dem Seil austreten, können diese den Filter des Wäschetrockners verstopfen. Dieser sollte deshalb zwischen den Zyklen gereinigt werden. 3 x 30-minütige Wäschetrockner-Zyklen entfernen die meisten losen Fasern.

Nach dem Trocknen (im Wäschetrockner) sind die Seile miteinander verworren und mit losen Fasern bedeckt. Tragen Sie hierbei keine dunkle Kleidung. Zerren Sie nicht aggressiv an den Seilen. Legen Sie das Seilbündel auf eine Oberfläche, die sich leicht mit dem Staubsauger reinigen lässt und lösen Sie jedes Seil Stück für Stück aus dem Bündel. Hängen Sie die Seile über ein Rundholz und schütteln Sie jedes Seil ruckartig, um verbleibende lose Fasern zu entfernen.

Nun sind die Seile bereit für das Abflammen der übrigen Haare mittels einer sauberen blauen Flamme, z.B. einem Campingkocher. Führen Sie das Seil mit einer Geschwindigkeit von ca. 40cm pro Sekunde durch die Flamme. Erfolgt dies langsamer, besteht die Gefahr, dass Fasern versengt und beschädigt werden. Achten Sie ebenso auf Klumpen loser Fasern, die sich leicht entzünden können.

Wischen Sie die Seile mit einem mit 100% kaltgepressten Jojobaöl beträufelten Leinentuch ab. Achten Sie darauf, nicht zu viel Öl auf das Tuch aufzutragen. Jedes Seil sollte einmal in jede Richtung abgewischt werden, da es sich in die eine Richtung zusammendreht und in die andere Richtung wieder aufdreht. Hängen Sie die Seile dann für 24 Stunden über ein Rundholz, damit das Öl gut in die Oberfläche eindringen kann.

Bei JBO-behandelten Seilen werden Sie eine deutlich gelbgefärbte Flamme und erheblich mehr schwarzen Ruß feststellen. Das zum Abwischen des Seils verwendete Leinentuch wird viel stärker verschmutzt sein.

Die Konditionierung von Seilen ist ein wiederholbarer Prozess. Sie sollten ein Gefühl dafür bekommen, wann ein Seil durch Benutzung austrocknet und haariger wird. Das gelegentliche Wiederholen des Abflammens mit einer blauen Flamme und das sparsame Auftragen von Jojobaöl auf die Oberfläche des Seils wird dazu beitragen die Lebensdauer des Seils zu verlängern.

Ein Verständnis dafür, wie qualitativ hochwertige, konditionierte und geschmeidige Filamente ihre Festigkeit beibehalten ist hilfreich, um ein Brechen der Filamente zu verhindern. Das Spannen eines Seils über scharfe Kanten oder Befestigungen mit geringem Durchmesser erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Filamente brechen. Versuchen Sie nicht ein Seil durch aggressives Reiben gegen eine harte Oberfläche „einzubrechen“ („break-in“), um dabei Haare zu entfernen und es weicher zu machen, da dies die Filamente bricht und somit die Festigkeit des Seils beeinträchtigt.

Quellen:

Jute dermatitis, Curjel & Acton 1924

Dermatoses in jute workers, Kinnear, Rogers, Finn & Mair 1955

Cancer hazard from mineral oil used in the processing of jute, Roe, Carter & Taylor 1967

Occupational skin hazards of mineral oils, Bhar 1972

Certain PAHs and heterocyclic compounds. In: Monograph on the evaluation of carcinogenic risk of chemicals to man, International Agency for Research on Cancer 1973

Evaluation of carcinogenic effect of mineral oil used in the processing of jute fibres, Mehrotra & Saxena 1979

Induction of benzo[a]pyrene hydroxylase in skin and liver by cutaneous application of jute batching oil, Kumar, Antony & Mehrotra 1982

The evaluation of carcinogenic of certain petroleum hydrocarbon fractions, Suskind, Stemmer & Barkley 1983

Carcinogenicity of petroleum lubricating oil distillates, Halder, Warne, Little & Garvin 1984

Quantification of tumour initiating effect of jute batching oil and its distillates over mouse skin, Agarwal, Kumar, Shukla, Antony & Mehrotra 1985

Polyaromatic Hydrocarbon Profile of a Mineral Oil (JBO–P) by Gas Chromatography, Agarwal, Kumar & Mehrotra 1986

Jute batching oil: a tumor promoter on mouse skin, Mehrotra, Kumar, Agarwal & Antony 1987

Evaluation of carcinogenic effect of jute batching oil (JBO–P) fractions following topical application to mouse skin, Agarwal, Shukla, Kumar & Mehrotra 1988

Carcinogenic Property of JBO(P) Variety of Jute Batching Oil, Mehrotra, Kumar & Antony 1988

Role of GSSG–reductase and a thiol oxidant diethylmaleate (DEM) in skin tumorigenesis induced by jute batching oil, Antony, Kumar & Mehrotra 1989

Handbook of Fiber Chemistry, Second Edition, Revised and Expanded (International Fiber Science and Technology), Lewin & Pearce 1998

On the Mechanical Properties and Uncertainties of Jute Yarns, Ullah, Shahinur & Haniu 2017

©AMATSUNAWA 2019
00131
Amatsunawa
Shop
31 Mitgliedern gefällt dieses Profil.
verified member
personally approved
Shop
31x Gefällt mir
308 visitors
Legal notice