Amatsunawa

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Technisches Blog - Zwirne und Lay

Wickellage in Seils
Wickellage in Seils
Amatsunawa kooperiert mit Experten für den Anbau von Jutepflanzen, deren Verarbeitung und anschließende Produktion zu Garnen. Wir arbeiten auch mit Seilereien und Herstellern von Maschinentechnik für die Seilproduktion zusammen. Aus all unseren Interaktionen wissen wir, dass es für ein Juteseil keine Standardverhältniszahl für die Wickellage gibt. Diese ist variabel und abhängig von einer Vielzahl von Faktoren. Eng und locker sind subjektiv aufgrund individueller Interpretation.

Es beginnt mit der Qualität der Rohjute - der Feinheit und Länge der Filamente. Eine größere Menge feiner Filamente kann enger zu einem Garn gleicher Garnstärke verzwirnt werden, als dies mit grober Jute von geringer Qualität möglich ist. Dies ist auf die Beziehung zwischen Kohärenz und Obliquität (Schiefstellung/Neigung) zurückzuführen. Entscheidend ist das Batschöl, das benötigt wird, um das Verbinden der Filamente zu unterstützen.

Wenn die Filamente verdreht werden, nimmt die Festigkeit bis zur optimalen Verzwirnung zu. Bei fortschreitender Drehung, beginnt die Obliquität abzunehmen, da die Fasern dazu tendieren mehr senkrechter als parallel zur Länge des Garns zu liegen, wodurch die lineare Orientierung verloren geht. Jute von niedriger Qualität hat eine geringere optimale Verzwirnung. Der direkte Effekt ist eine geringere Gesamtlängsfestigkeit.

Sobald die Garne zu Litzen verdreht wurden, setzt die Garnverzwirnung die optimale Gegenverdrillung fest. Wenn die Dralldynamik der Garne und Litzen gegeneinander wirkt, hängen die Litzen gerade und korrekt. Um ein Seil herzustellen müssen die Litzen nun miteinander verdreht werden. Die Dralldynamik der Garne in eine Richtung und die der Litzen in die entgegensetzte Richtung und dann die Dralldynamik des Seils zurück in die ursprüngliche Richtung muss übereinstimmen, um zu verhindern, dass das Seil zurückstößt und sich spiralförmig zusammenrollt.

Während diese drei Dynamiken aktiv sind, besteht die Möglichkeit, die eine gegen die andere auszubalancieren. An dieser Stelle wird die Verhältniszahl der Wickellage des Seils festgelegt. Es ist zwar nicht ganz so aggressiv wie das Überdrehen des Garns, jedoch Litzen oder Seile, die übermäßig fest angezogen wurden, überschreiten den optimalen Festigkeitspunkt und sind anfälliger für Brüche der Filamente.

Eng verdrehte Seile werden sehr hart und sind schwieriger in der Handhabung. Sofern noch im Rahmen der strukturellen Stabilität, wird sich ein locker verdrehtes Seil sehr weich anfühlen, ist jedoch leichter zu beschädigen.

Die Wickellage wird üblicherweise anhand eines einfachen Systems gemessen. Dieses umfasst eine Arretierung an einem Ende und ein Rad am anderen. Über dieses Rad läuft das Seil während es von einem Gewicht gezogen wird und mit einer Last von ø (mm) x ø (mm) ÷ 8 (kg) gedehnt wird, so dass ein eindeutiger Meter gemessen werden kann, z. B. für ø6.0mm, 6 x 6 = 36 ÷ 8 = 4.5kg, etc. Hersteller legen auch Papier über ein Seil und reiben z. B. einen Kreidestift entlang, um die Vertiefungen zu markieren und deren Anzahl zu zählen, um somit die Verdrehung des Seils zu berechnen. Die Verhältniszahl ist die Strecke, um die sich die Litze gedreht hat, geteilt durch den Seildurchmesser.

Diese Methode berechnet jedoch nur die Verhältniszahl der Wickellage des Seils (die Wickelungswiederholungen der Litzen). Aufgrund der oben erwähnten Dynamiken des Garns und der Litzen, kann sich ein Verhältnis von 4,5 von sehr locker bis etwas eng anfühlen und 3 kann sich von extrem eng und hart bis etwas locker anfühlen.

Die Messung des Durchmessers eines Seils aus einem nachgiebigen komprimierbaren Medium ist kompliziert, insbesondere wenn es sich um eine Spirale aus 3 Strängen handelt. Hersteller messen den unkomprimierten Durchmesser eines umrissenen Kreises der alle Litzen einschließt – dies ist jedoch sehr schwierig zu messen, insbesondere mit den flachen Oberflächen eines typischen zweidimensionalen Messgeräts wie einer Schieblehre.

Mehrlagige Garne (Zwirne) verkomplizieren dieses Anliegen, da sich eine vierte Dralldynamik in die Gleichung mit einmischt. Relativ lockere 2- oder 3-lagige Garne können sich sehr weich anfühlen und einen Einfluss auf die resultierende Dralldynamik der Litzen und des Seils haben und somit auch auf die Wickellage. Engverdrehte Zwirne können ein Seil straff, hart und unangenehm knotig machen.

Amatsunawa legt die Verhältniszahl der Wickellage nicht mehr fest, sondern unterrichtet die Maschinenbetreiber über die genaue Anwendung von Jutebondageseilen, damit diese ein Gespür für die Griffigkeit des fertigen Seils entwickeln und der Qualitätskontrolle besondere Aufmerksamkeit widmen.

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